Zweisprachigkeit

Als zweisprachige Einrichtung leben wir zwischen zwei Kulturen, der Italienischen und der Deutschen. Unser Bestreben ist es, beide Sprachen gleichwertig zu vermitteln. Da wir uns allerdings in Deutschland befinden ist Deutsch die dominante Sprache, weshalb wir versuchen, Italienisch etwas mehr zu unterstützen. Aus diesem Grund gestalten wir die pädagogische Arbeit so oft wie möglich auf Italienisch und lassen uns durch eine Linguistin begleiten, die die Umsetzung unseres Bilingualitätskonzeptes regelmäßig überprüft.

Unser Team besteht aus italienischsprachigen, deutschsprachigen, sowie zweisprachigen Fachkräften. Je nach Sprachbiographie und Situation kann es zu ganz unterschiedlichen Sprachvarianten kommen. Einsprachige Fachkräfte benutzen jeweils ihre starke Sprache mit den Kindern, bilingual aufgewachsene Fachkräfte dagegen wenden einen situativen Ansatz an und passen die Sprache an die Gesprächspartner*innen und den Kontext an. Wenn bilinguale Sprecher*innen zusammenkommen kommunizieren sie „translingual“ und bewegen sich selbstverständlich  im gemeinsamen mehrsprachigen Raum. Diese Varianten sind alle erlaubt und förderlich für die Sprachentwicklung der Kinder.

Den Spracherwerb in den beiden Kitasprachen beobachten wir mithilfe von wissenschaftlich anerkannten Verfahren und können daher den Eltern eine fundierte Rückmeldung über die Fortschritte ihrer Kinder. Dabei können wir die mit Bilingualität einhergehenden Sprachphänomene von einer Sprachstörung gut abgrenzen.

So wie bei allem Lernen, ist das Erlernen einer Sprache, ob es die erste, die zweite oder die dritte Sprache ist mit Emotionen und Gemeinschaftserfahrungen verbunden. Es sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, die gemeinsamen Spiele, die spannenden Geschichten, die Lieder und Reime, die Witze und die Gefühle die Situationen auslösen, die den Lerneffekt erzielen, nicht die Ge- und Verbote, nicht die grammatikalischen Regeln. Daher verbieten wir nicht, verurteilen nicht, verbessern wir nicht.

Dann können Kinder spielerisch und erstaunlich reflektiert mit Sprache umgehen.

„Ihr Opa heißt Dieter, wie die Finger  („dita“) meiner Hand – Luna, 5 a.